§35 SGB VIII, Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

 

Die ISE ist ein Angebot der Jugendhilfe für Kinder und Jugendliche in ganz besonderen Problemlagen, welche sich aufgrund ihrer Biografie oder aber besonderer Lebensumstände nicht oder nicht mehr auf normale Settings der Jugendhilfe einlassen wollen oder können.

Diese Maßnahme unterscheidet sich vornehmlich durch die notwendige Intensität, welche in Absprache mit den an der Hilfeplanung beteiligten Personen konkret festgelegt wird. Der Begriff „intensiv“ signalisiert hier vornehmlich eine bestimmte inhaltliche Qualität die sich zum einen an der Erreichbarkeit des Betreuers/der Betreuerin (rund um die Uhr) festmacht, zum anderen aber auch an der fachlichen Qualität (Team, Fachberatung, Supervision sowie Dokumentation). Die zeitliche Intensität kann in Einzelfällen tägliche, auch längere Kontakte (auch am Wochenende) vorsehen und sollte in jedem Fall von begrenzter Dauer sein (maximal 2 bis 3 Monate).

Typische Tätigkeitsmerkmale der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelfallhilfe sind:

  • Beschaffung oder Erhalt von Wohnmöglichkeiten,
  • Vermittlung von geeigneten schulischen und beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten,
  • Vermittlung von Arbeitsmöglichkeiten,
  • Unterstützung in finanziellen Angelegenheiten,
  • Körperlichkeit, Körperbewusstheit und Körperbeherrschung (Erlebnis und Sport).

Zur Reintegration in die Lebenswelt geht sie im Erfolgsfall in Absprache mit dem/der Adressat*in in andere, weniger intensive Hilfeformen über.

Müzyen